Das war´s - machen Sie´s gut!
Wenn ich mir die 10 Jahre im Rückblick vor Augen halte, dann fällt mir eine Begebenheit ein, die über keinen Geringeren berichtet wird als Napoleon.
Er habe zur Zeit der Säkularisation - also vor über 200 Jahren - mit Kardinal Consalvi, in Vertretung des Papstes, über das Konkordat verhandelt.
Die sehr konsequente Art des Kardinals brachte den mächtigen Napoleon zur Weißglut. Er verlor die Fassung und schrie: Ist es ihnen klar, dass ich imstande bin, ihre Kirche zu zerstören? Worauf der Kardinal entgegnete:
Nicht einmal wir Priester haben das in achtzehn Jahrhunderten fertiggebracht.

Liebe Christen, auch ich habe das in meinen knapp zehn Jahren nicht geschafft. Dafür sind alle Gemeinden zu stark. Ich habe in diesen zehn Jahren in allen Gemeinden viele Menschen mit hervorragenden Talenten erlebt, die sich für ihre Gemeinden eingesetzt und sie gestaltet haben. Wie sollte ich da auch nur den Hauch einer Chance dafür zu bekommen?

Als erstes möchte ich Gott danken, dass er mich hierher geführt und in all den Jahren, in allen Höhen und Tiefen hindurch begleitet hat. In vielen Momenten wurde mir klar: Das war nur möglich, weil Gott mir geholfen hat. Ihm verdanke ich viele Inspirationen, und sei es manchmal nur ein Stichwort, das mir in einer seelsorglich schwierigen Situation Anstoß war, den passenden Gedanken zu formulieren. Und da ich jetzt bei den Menschen bin, dann will ich nicht weniger herzlich denen danken, die mir Tag für Tag den Rücken gestärkt haben.
Die Kolleginnen und Kollegen in der Seelsorge und die Mitarbeiterinnen in den Pfarrbüros. Natürlich – nicht zu vergessen: Die vielen ehrenamtlichen Frauen und Männer in den Pfarrgemeinderäten, Verwaltungsräten und den Gruppen in den Gemeinden. Es sind ja die vielen guten Geister, die im Hintergrund wirken und unersetzlich sind.

Niemand soll mir böse sein, wenn ich keine Namen nenne. Denn, wollte ich jetzt alle nennen, die es wirklich gut mit mir gemeint haben, die mir von Herzen verbunden und mir Freunde und Wegbegleiter waren; wenn ich jeden einen Blumenstrauß überreichen würde, dann würden die Blumen sämtlicher Floristen im weiten Umkreis nicht reichen.
Ich durfte den spannenden und immer interessanten Weg in den vergangenen Jahren gehen mit der Erfahrung, Menschen an meiner Seite zu haben, die im Glauben und in den Gemeinden verwurzelt sind und sich mit Herzblut einbringen und engagieren. So danke ich allen, die gerne mit mir in den vergangenen zehn Jahren zusammengewirkt haben. Deswegen wird es für die Gemeinden und meinen Nachfolger Pfarrer Brast spannend bleiben und gewiss keine Langeweile geben!

Lassen sie mich einfach Danke sagen – oder wie man in Bayern sagt: „Vergelt’s Gott“
Allen - die mir immer wieder ihre Sympathie und ihre Wertschätzung haben spüren lassen.
Allen - die mir ihr Vertrauen geschenkt haben.
Allen - die mich als Seelsorger in Anspruch genommen haben.
Allen - die ich begleiten durfte - in frohen aber auch in schwierigen Zeiten.
Allen - die mir immer den Rücken gestärkt haben.
Allen - die mir in den vergangenen Wochen ihre Freundschaft
und Sympathie bekundet haben.


Ich möchte aber auch Danke sagen der evangelischen Unionskirche und besonders den Pfarrern für den unkomplizierten Umgang und die reibungslose Zusammenarbeit. Gottesdienste haben wir fast blind miteinander vorbereiten können - und es hat immer gepasst.

Um nochmals an die Anekdote zwischen Napoleon und Kardinal Consalvi zu erinnern: Ich kann beruhigt gehen, denn christliche Gemeinden gibt es seit hunderten von Jahren. Wie hätte ich es dann in zehn Jahren fertigbringen können, diese lebendigen Gemeinden klein zu kriegen? Ich bin mir sicher: die Gemeinden im PR Raum werden es auch nach der Pfarreiwerdung, wie immer das dann aussehen wird, noch lange über meine und unsere Zeit hinaus geben - dafür sind sie Garanten. Solange sie im Glauben an Gott verwurzelt sind und anderen zum Nächsten werden.


Ich war sehr - sehr gerne Ihr Pfarrer und ich war stolz darauf.
Danke für die gemeinsame Zeit!
Ihr Pfarrer Jürgen Paul


2015

2014